Vor der wohl entscheidenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst haben Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der Deutsche Landkreistag die Forderungen der Gewerkschaften als überzogen zurückgewiesen. Der öffentliche Dienst leiste einen wertvollen Beitrag dafür, dass Deutschland funktioniere, sagte Seehofer am Samstag. «Es ist selbstverständlich, dass wir die Arbeit unserer Beschäftigten entsprechend würdigen, auch dadurch, dass sie an der guten wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands teilhaben.» Klar bleibe aber, «dass die Gewerkschaftsforderung von sechs Prozent für ein Jahr zu hoch ist. Wir werden die Verhandlungen so weiterführen, dass wir zügig zu sinnvollen Ergebnissen kommen». Seehofer ist Verhandlungsführer des Bundes.

Landkreistags-Präsident Reinhard Sager mahnte: «Eine Einigung kann nur gelingen, wenn die Gewerkschaften kompromissbereit sind», sagte er laut Mitteilung. «Die Forderungen sind jedenfalls aus kommunaler Sicht nicht erfüllbar und würden zudem in den unteren Tarifgruppen zu Lohnsteigerungen führen, die mit der realen Preisentwicklung nichts mehr zu tun hätten.»

Die Gewerkschaften fordern für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Die dritte Tarifrunde ist nach dem Start am Sonntagnachmittag bis Montag angesetzt, könnte aber auch erst am Dienstag oder Mittwoch enden. Eine weitere Runde ist vorerst nicht angesetzt. In den vergangenen Tagen hatte es massive Warnstreiks im öffentlichen Dienst gegeben.

Verdi-Chef Frank Bsirske hatte zuletzt wiederholt betont, höhere Gehälter könnten die öffentlichen Haushalte bei sprudelnden Steuereinnahmen auch zahlen.

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veröffentlicht von Redaktion

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