Der Chef des Stahlkonzerns Salzgitter hofft im Zollstreit mit den USA auf eine diplomatische Lösung. Die Ankündigungen von Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium durch US-Präsident Donald Trump hatten die Salzgitter-Aktie Anfang des Jahres in Turbulenzen gebracht. «Hoffentlich kommt nicht so viel hinterher, und Diplomatie bekommt eine Chance gegen die Renaissance des Kalten Krieges», sagte Salzgitter-Chef Jörg Fuhrmann am Donnerstag bei der Hauptversammlung des Konzerns in Braunschweig.

Trump hatte Zölle auf Stahlimporte in die USA angekündigt, die EU davon aber kurz vor Einführung dann befristet von den Zöllen befreit. Ob die Befreiung erhalten bleibt, ist noch offen. Inzwischen prüfen die USA auch Importzölle auf Autos und Autoteile.

«Die größte Herausforderung dieser neuen Zölle auf Stahleinfuhren aus nahezu allen Ländern besteht für die Salzgitter AG weniger in der Belastung europäischer Produkte, sondern viel mehr im Risiko der Umleitung globaler Handelsströme», sagte der Salzgitter-Chef. «Material, das bislang in die USA geliefert wurde, könnte nun nach Europa gelangen und den Markt schädigen, der sich gerade etwas erholt hat.»

Auch die deutsche Stahlindustrie hat vor einer Importschwemme nach Europa gewarnt. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres hätten sich die Mengen auf dem europäischen Stahlmarkt durch Importe aus Ländern wie Russland oder der Türkei deutlich erhöht, hatte die Wirtschaftsvereinigung Stahl Anfang des Monats berichtet.

Abseits der Zolldrohungen aus den USA hatte Salzgitter zuletzt gute Nachrichten zu vermelden. Der Umsatz war im vergangenen Geschäftsjahr um 17 Prozent auf knapp 9,2 Milliarden Euro geklettert. Der Gewinn hatte sich auf gut 190 Millionen Euro fast vervierfacht. Davon bekommen auch die Aktionäre ihren Teil ab. Die Dividende soll von 0,30 Euro auf 0,45 Euro pro Aktie steigen.

veröffentlicht von Redaktion

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