Annegret Kramp-Karrenbauer wurde am 9. August 1962 im saarländischen Völklingen geboren und wuchs zusammen mit fünf Geschwistern in Püttlingen auf. Im Jahr 1981 trat sie in die CDU ein. Nach ihrem Abitur heiratet sie im Jahr 1984 den Bergbauingenieur Helmut Karrenbauer. Außerdem wurde sie Mitglied im Stadtrat Püttlingen. Ab diesem Jahr begann sie auch ein Studium der Rechts- und Politikwissenschaften an den Universitäten Trier und Saarbrücken. Von 1985 bis 1988 war sie Mitglied des Landesvorstandes der Jungen Union Saar. In dieser Zeit hatte sie erste Kontakte zum späteren Ministerpräsidenten des Saarlandes, Peter Müller. Im Jahr 1989 wurde sie Beigeordnete der Stadt Püttlingen.

Der Sprung auf die Ebene der saarländischen Landespolitik gelang ihr im Jahr 1991 mit der Ernennung als Grundsatz- und Planungsreferentin der CDU Saar. Im Jahr 1998 ereilte Annegret Kramp-Karrenbauer ungeahnt der Ruf aus der Bundespolitik. Durch die vorzeitige Niederlegung seines Mandats als Bundestagsabgeordneter machte ihr Klaus Töpfer den Weg zu einer neuen politischen Handlungsebene frei. Bereits kurz darauf fand im September die Bundestagswahl statt, die mit dem Direktwahlsieg des SPD-Kandidaten zu einer ihrer wenigen politischen Niederlagen führte.

Ihre politische Arbeit setzte sie ohne Verzögerung als persönliche Referentin des damaligen Spitzenkandidaten der CDU für die saarländische Landtagswahl, Peter Müller, fort. Mit der absoluten Mehrheit gelang der CDU bei dieser Wahl ein Riesenerfolg. Annegret Kramp-Karrenbauer wurde Vorsitzende der Frauen Union sowie Landtagsabgeordnete im Saarland. Außerdem wurde sie zur parlamentarischen Geschäftsführerin der saarländischen Landtagsfraktion ernannt. Im Jahr 2000 berief sie Ministerpräsident Peter Müller als erste Innenministerin der Bundesrepublik Deutschland als Nachfolgerin von Klaus Meiser. Während ihrer siebenjährigen Arbeit in diesem Amt konnte sie durch eine hohe politische Kompetenz und betonte Sachlichkeit überzeugen.

Im Jahr 2003 wurde Annegret Kramp-Karrenbauer stellvertretende Bundesvorsitzende der Frauen Union sowie stellvertretende Vorsitzende der CDU Saar. Von 2007 bis 2009 war sie Ministerin für Bildung, Frauen, Familie und Kultur des Saarlandes. Von 2009 bis 2011 war sie als Landesministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport zuständig. Durch den Rückzug von Ministerpräsident Peter Müller aus der Politik wurde sie im Jahr 2011 zu dessen Nachfolgerin vorgesehen. In diesem Jahr wurde sie auch im Mai zur CDU-Landesvorsitzenden des Saarlandes gewählt. Auf dem saarländischen Landesparteitag der CDU erhielt sie von den Delegierten eine beachtliche Zustimmung. Auf Annette Kramp-Karrenbauer entfielen 326 von 342 möglichen Stimmen.

Die vermeintlich sichere Wahl zur Ministerpräsidentin verlief im saarländischen Landtag allerdings zunächst spektakulär. Seit der Landtagswahl im Jahr 2009 konnte die CDU nicht mehr über eine absolute Mehrheit verfügen. Es bestand eine „Jamaika-Koalition“ zwischen CDU, Grünen und FDP. Als Gegenkandidat im ersten Wahlgang trat der damalige SPD-Landesvorsitzende Heiko Maas an. Das Ergebnis endete mit einem Patt von 25 zu 25 Stimmen. Äußerlich ruhig und gelassen verfolgte Annegret Kramp-Karrenbauer diesen Wahlkrimi bis zum Ende. Nach ihrem Sieg im zweiten Wahlgang kommentierte sie diese Komplikationen mit dem originellen Spruch: „Die schwersten Geburten bringen die schönsten Kinder zur Welt.“

Das Spitzenamt der Ministerpräsidentin übte die bei der saarländischen Bevölkerung trotz vieler Sparmaßnahmen sehr beliebte Politikerin bis zum Jahr 2018 aus. Bei ihrer Wiederwahl als CDU-Landesvorsitzende konnte sie sogar ihr bisheriges Ergebnis übertreffen. Sie erhielt 98,2 Prozent aller Stimmen.

Die Rückkehr in die Bundespolitik

Die selbstbewusste, mittlerweile sehr erfahrene und immer bodenständige Politikerin war nach der Bundestagswahl im September 2017 intensiv an den Koalitionsgesprächen beteiligt. In diesem Zusammenhang verdichteten sich Spekulationen über einen Wechsel in die Bundespolitik. Es wurde davon ausgegangen, dass Annegret Kramp-Karrenbauer als Bundesministerin im neuen Kabinett vorgesehen war.

Die Fakten bereiteten im Februar 2018 diesen Gerüchten ein Ende. Auf Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde Annegret Kramp-Karrenbauer zur Generalsekretärin der CDU Deutschlands gewählt. Damit trat sie die Nachfolge des aufgrund des Bundestags-Wahlergebnisses zurückgetretenen Vorgängers Peter Tauber an. Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte, die inhaltliche Erneuerung der CDU als zentrale Aufgabe engagiert angehen zu wollen. Die zukunftsorientierte Fortschreibung des CDU-Grundsatzprogramms aus dem Jahr 2007 werde ihr maßgeblicher Arbeitsschwerpunkt für die kommenden Jahre, erklärte Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem Berliner Bundespartei. Am 26. Februar 2018 wurde sie dort mit 98,8 Prozent als zweite Frau in diesem Amt nach Angela Merkel zur CDU-Generalsekretärin gewählt.

Ausblick in die Zukunft: Die Konturen des parteiinternen CDU-Wahlkampfes werden deutlicher

Am 7. und 8. Dezember 2018 soll der 31. Parteitag der CDU in Hamburg stattfinden. Dabei steht insbesondere die turnusmäßig stattfindende Wahl des Bundesvorstandes im Mittelpunkt des Geschehens. Nicht nur die Hessen-Wahl fordert Konsequenzen. Nachdem Klarheit darüber herrscht, dass Angela Merkel nach 18 Jahren nicht mehr als Bundesvorsitzende kandidieren will, sortiert sich das Kandidatenfeld für eine Nachfolge. Dabei überrascht es nicht, dass sich darunter auch Annegret Kramp-Karrenbauer befindet, die erst kürzlich auf Wunsch von Angela Merkel als CDU-Generalsekretärin eine wichtige Parteifunktion besetzte. Andere Namen wie Friedrich Merz überraschten da die meisten Beobachter schon eher.

Damit nicht der Vorwurf einer Verletzung ihrer Neutralitätspflicht aufkommen kann, hat die CDU-Bundesgeschäftsführerin im Rahmen einer CDU-Klausurtagung am 04.11.2018 vorsorglich Zeichen gesetzt. Sie kündigte an, aufgrund ihrer Bewerbung um den CDU-Parteivorsitz ihr Amt bis zum Parteitag teilweise ruhen lassen zu wollen. Ein sinnvoller Schritt, denn im Rahmen der geplanten Regionalkonferenzen werden die Wahlkampftöne sicherlich deutlicher zu hören sein. Außerdem scheint es taktisch klug, dass der Parteitag als „Tag der Wahrheit“ nicht durch ihre die Organisations-Entscheidungen geprägt wird.

veröffentlicht von Harald

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