Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) rechnet wegen der Unsicherheit rund um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union mit einem deutlichen Dämpfer für die britische Wirtschaft. Dieses Jahr sei nur noch mit einem Wachstum von 1,4 Prozent und 2018 gar mit 0,9 Prozent zu rechnen, teilte die Agentur am Dienstag mit. Im vergangenen Jahr war die britische Wirtschaft noch um 1,8 Prozent gewachsen.

Die Schätzung sei eher noch optimistisch, heißt es in der Mitteilung. «Wir erwarten, dass ein Rückgang der Reallöhne dieses Jahr, gefolgt von bestenfalls einem moderaten Anstieg nächstes Jahr, das Wachstum der Konsumausgaben dämpfen wird.» Demnach verringern die steigenden Preise infolge des geschwächten Pfund die Kaufkraft der Briten. Zudem dämpfe die Unsicherheit über den Ausgang der Brexit-Verhandlungen Investitionen. Sollte sich eine Einigung verzögern, könne sich die Situation noch verschlimmern.

Seit dem Brexit-Votum ist das britische Pfund deutlich angeschlagen. Das macht importierte Güter für die Briten teurer. Umgekehrt werden zwar exportierte Waren aus Sicht des Auslands billiger, was die britischen Exporte grundsätzlich stützen kann. Die Analysten von S&P rechnen aber nicht damit, dass mögliche Vorteile für den Exportsektor die schwache Binnennachfrage ausgleichen können. Mittelfristig sei in Großbritannien mit einer unverändert lockeren Geldpolitik zu rechnen, so die Analysten. Vor Mitte 2019 stehe keine Leitzinserhöhung an, mit der die Notenbanker gegen die steigende Inflation ankämpfen könnten.

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veröffentlicht von Redaktion

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