Die Großbank UBS ist erneut mit ihrer Millionen-Klage gegen die Leipziger Wasserwerke (KWL) wegen geplatzter Finanzdeals gescheitert. Der Londoner Court of Appeal wies am Montag die Berufung der UBS gegen ein erstes Urteil zurück, das 2014 zugunsten Leipzigs gefallen war. Damit entgehen die KWL und die Stadt Leipzig der drohenden Zahlung von rund 500 Millionen Euro. «Das nimmt enormen Druck von uns», sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Die Bank kündigte allerdings eine weitere Berufung an.

Die UBS verlangt von den kommunalen Wasserwerken eine Haftung über rund 350 Millionen Euro für geplatzte Kreditversicherungs-Deals. Die riskanten Finanzwetten war ein früherer KWL-Geschäftsführer in den Jahren 2006 und 2007 an allen Gremien vorbei eingegangen. Er wurde deswegen später wegen Untreue und Bestechlichkeit zu sieben Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Zusammen mit Zinsen, Währungsschwankungen und Prozesskosten standen für Leipzig inzwischen rund 500 Millionen Euro auf dem Spiel.

Die KWL waren mit sogenannten CDO-Wertpapieren als Versicherer von Kreditrisiken der UBS aufgetreten. Während der Finanzkrise floppten die Papiere. Es kam heraus, dass sich der verantwortliche KWL-Manager bei den Geschäften hatte bestechen lassen – von Finanzberatern, mit denen die UBS laut dem Urteil der ersten Instanz enger als erlaubt zusammengearbeitet haben soll. Der Londoner High Court of Justice hatte entschieden, dass die Geschäfte nichtig seien und die Bank die Risiken tragen müsse.

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veröffentlicht von Redaktion

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