SPD-Stratege, leidenschaftlicher Raucher, Kämpfer für moderne Industriepolitik: Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig ist am Freitag mit launigen Reden verabschiedet worden. «Aus meiner Partei habe ich selten solche Worte gehört», sagte Machnig dabei zu Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ob der Lobeshymnen.

Mit dem Wechsel von einem SPD- zu einem CDU-Minister wird Machnig durch den früheren Berliner Finanzsenator Ulrich Nußbaum abgelöst. Altmaiers SPD-Vorgänger Sigmar Gabriel bezeichnete Machnig als «political animal», auf den er sich immer habe verlassen können.

Der Sauerländer Machnig hatte den legendären Wahlkampf von Gerhard Schröder 1998 gemanagt und war danach unter anderem Staatssekretär Gabriels im Umweltministerium und Wirtschaftsminister in Thüringen.

Machnig (57) sagte, er werde ja oft mit Etiketten behaftet, als Strippenzieher und Maschinist der Macht bezeichnet. «Ich passe in keine Schublade», sagt er im Beisein seiner Frau und hunderten Gästen im Wirtschaftsministerium, darunter viele andere Staatssekretäre.

Sein Rat: «Neugierig bleiben». Die Politik und die SPD brauche gerade heute Typen wie Sigmar Gabriel. Der war ohne Krawatte erschienen und meinte: «Ich bewege mich vom Outfit her ja wie ein Freelancer (Freischaffender). Das ist einer der wenigen Vorteile, wenn man rausgeschmissen wird.»

Gabriel war in der letzten großen Koalition erst Wirtschafts-, dann Außenminister. Die neue SPD-Spitze um Olaf Scholz und Andrea Nahles wollte ihn nun aber nicht mehr in der Regierung haben, weshalb das Duo Machnig/Gabriel aus der ersten Reihe der Politik ausscheidet.

Gabriel dankte ausdrücklich dem CDU-Minister Altmaier, dass er so eine Verabschiedung für einen SPD-Staatssekretär organisiere. «Weder mit mir noch mit ihm ist ein einziges Wort gesprochen worden», sagte Gabriel mit Blick auf ihn und Machnig und die neue SPD-Spitzenriege, die den verdienstvollen Politikern keinen Abschied zukommen ließ.

Altmaier meinte, er habe als zwischenzeitlicher geschäftsführender Finanzminister (wegen der langen Regierungsbildung) auch den SPD-Staatssekretär Werner Gatzer, den Architekten der «Schwarzen Null», mit großem Bahnhof im Finanzministerium verabschiedet. «Was war das Ergebnis? Nach vier Monaten war er wieder da.» Denn Gatzer wurde vom neuen Finanzminister Scholz zurückgeholt. Machnig aber will erstmal eine Auszeit nehmen – aber wer ihn kennt weiß: Die nächsten 10-Punkte-Papiere zur Rettung der SPD kommen bestimmt.

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veröffentlicht von Redaktion

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