Nach dem heißen und trockenen Sommer hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Millionenhilfen für Bauern verteidigt. Sie habe sich weder von voreiligen Forderungen noch von voreiligen Komplettverweigerungen leiten lassen, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag während der Haushaltsdebatte im Bundestag. Es gehe «um Steuergeld, um die Akzeptanz in der Gesellschaft, aber auch um das Image unserer Landwirtschaft».

Notleidende Bauern sollen von Bund und Ländern Hilfen in Höhe von insgesamt 340 Millionen Euro bekommen. «Es ist in unser aller Interesse, dass in Deutschland eine flächendeckende, eine bäuerliche, eine familiengeführte Landwirtschaft erhalten bleibt, die nachhaltig wirtschaften und für uns all die regionalen Produkte erzeugt, die wir jeden Tag einfordern», sagte Klöckner.

Am Vortag hatten sich Bund und Länder auf die Eckdaten einer Vereinbarung verständigt, wie die 340 Millionen Euro verteilt werden sollen. Es sollen zum Beispiel nur kleine und mittlere Unternehmen mit maximal 250 Beschäftigten und höchstens 50 Millionen Euro Jahresumsatz profitieren, zudem ist eine Bedürftigkeitsprüfung geplant. Bedingung ist, dass die Ernte oder der Ertrag wegen der Trockenheit mindestens 30 Prozent geringer ausfällt als sonst und der Schaden größer ist als das Kapital, das für Investitionen oder Schuldentilgung bereit steht.

An einer entsprechenden Verwaltungsvereinbarung beteiligten sich 14 Bundesländer. Rheinland-Pfalz und das Saarland hatten keine Schäden und Interesse an Hilfsprogrammen gemeldet.

Der Bauernverband (DBV) lud am Dienstag bundesweit zum Aktionstag «Ernte». Nach Angaben des Bundesverbands beteiligten sich Landes-, Kreis- und Ortsverbände in 42 Städten. In Berlin lud der Verband zu einem Frühstück ans Brandenburger Tor Bürger zum Gespräch ein.

veröffentlicht von Redaktion

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