Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag in einem weltweit freundlichen Umfeld einen guten Wochenstart hingelegt. Nach zwischenzeitlich noch deutlicheren Gewinnen schloss der Dax 0,46 Prozent höher bei 12 445,92 Punkten. Damit konnte er sich etwas von der verhaltenen Entwicklung der vergangenen Tage lösen. Als Kursstützen erwiesen sich der leicht niedrigere Eurokurs sowie ordentliche hiesige und ausländische Konjunkturdaten.

Sollten allerdings bei den Staatsanleihen zentrale Unterstützungslinien brechen, drohe ein kurzer, aber kräftiger Anstieg der Zinsen, der «einen kleinen Schock an den Aktienmärkten» auslösen könnte, warnte Marktstratege Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Schuld sei ein scheinbarer Strategiewechsel der wichtigsten Zentralbanken in Richtung einer verringerten Liquidität als Bestätigung einer konjunkturellen Stabilisierung. Entsprechend viel Aufmerksamkeit dürften die Anleger im Wochenverlauf den Reden mehrerer US-Notenbankmitglieder schenken, darunter deren Präsidentin Yanet Yellen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen ging am Montag mit einem Plus von 0,72 Prozent bei 24 750,51 Zählern aus dem Handel. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,73 Prozent auf 2236,22 Punkte vor.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann letztlich 0,41 Prozent auf 3478,06 Punkte. In Paris und London legten die nationalen Indizes ebenfalls etwas zu. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende knapp im Plus.

Der Kurs des Euro sank wieder unter 1,14 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1387 (Freitag: 1,1412) Dollar festgesetzt. «Für den Dax ist es positiv, dass der Euro erneut nicht den Sprung über den Widerstand bei 1,1450 Dollar geschafft hat», erklärte Stanzl. Eine starke Gemeinschaftswährung kann Aktien exportorientierter deutscher Unternehmen belasten.

Nun richtet sich der Fokus zunehmend auf den Auftritt von Yellen am Mittwoch. Dabei seien weniger die Einschätzungen zur Wirtschaftsentwicklung der USA in den nächsten Monaten oder die Geldpolitik interessant, sagte Marktbeobachter Jens Klatt. «Viel interessanter ist, ob Yellen Details durchscheinen lässt, wie eine Reduktion der durch die Anleihekäufe aufgeblähten Notenbankbilanz ausschauen könnte.»

Im Dax gehörten die Vorzugsaktien von Volkswagen mit minus 0,07 Prozent zu den schwächeren Werten. Im Zuge der Abgas-Affäre rückt nun auch Porsche stärker ins Visier der Ermittler.

Im TecDax brachen die Anteile von GFT Technologies um fast 11 Prozent ein. Der IT-Dienstleister für die Finanzbranche senkte seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2017, was die Anleger nach dem Kapitalmarkttag vor gerade einmal zwei Wochen kalt erwischte. Die Aktien des Halbleiterkonzerns Siltronic hingegen gewannen als Index-Favorit knapp 5 Prozent. Sie profitierten laut Händlern von starken Juni-Absatzzahlen des Branchenkollegen Taiwan Semiconductor.

Die Aktien der Reederei Hapag-Lloyd zogen dank einer neuen Milliardenübernahme unter den weltgrößten Container-Reedereien um über 7 Prozent an, was den ersten Platz im Kleinwerte-Index SDax bedeutete. Die chinesische Reederei Cosco will ihre Rivalin Orient Overseas International aus Hongkong schlucken. «Mehr Konzentration unter den Container-Reedereien dürfte helfen, dass sich die Frachtraten wieder erholen», kommentierte ein Händler.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,37 Prozent am Freitag auf 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,10 Prozent auf 140,33 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,24 Prozent auf 160,93 Punkte.

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veröffentlicht von Redaktion

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