Liquiditätsquote erfolgreich halbiert – Gespräch mit Fondsmanager Bernd Ebert

Seit heute können Anleger wieder Anteile am Immobilien-Publikumsfonds „grundbesitz europa“ kaufen. Das war seit dem 21. Juni 2016 nicht mehr möglich. Der Fonds hatte infolge hoher Zuflüsse eine sehr hohe Liquidität, die er nicht mehr zeitnah in Immobilien anlegen konnte, ohne die Anlagestrategie und den künftigen Anlageerfolg des Fonds zu verwässern.

In einer Pressemitteilung vom 28. Juni hatte die Deutsche Asset Management bereits Details genannt, wie sich der Fonds entwickelt hat, also zum Beispiel, wie viele Immobilien der Fonds im Portfolio hat und wie hoch die Vermietungs- sowie die Fremdkapitalquote ist.

Der Artikel „Der Ansturm auf Immobilienfonds“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 9. Juli (Rubrik: „Geld & Mehr) greift das Thema „Liquidität“ für offene Immobilienfonds fundiert auf und vergleicht die derzeit erhältlichen und die vorübergehend geschlossenen Fonds miteinander. Die FAS zählt offene Immobilienfonds zu den „sicheren Investments“, weshalb sie auch derzeit so beliebt seien. Der grundbesitz europa sei der erfolgreichste unter den etablierten, seit Jahrzehnten am Markt vertretenen Fonds.

Der zuständige Fondsmanager Bernd Ebert spricht im folgenden Interview darüber, was die Anleger von dem Fonds derzeit erwarten können:

Herr Ebert, Anleger können vom grundbesitz europa ab heute wieder Anteile kaufen. Wieso ging das in den vergangenen zwölf Monaten nicht?
Ebert: Es ist uns sehr schwer gefallen, keine neuen Anteile mehr auszugeben, da viele Anleger in den Fonds investieren wollten. Der starke Anstieg der Liquidität auf über 30 Prozent des Fondsvolumens barg jedoch das Risiko, die vorhandene Liquidität nicht mehr zeitnah anlegen zu können, ohne die bewährte und erfolgreiche Anlagestrategie aufzugeben. Das wollten wir vermeiden und haben deshalb die Ausgabe neuer Anteile vorübergehend eingestellt.

Wir reden hier über einen recht großen Fonds. Wie groß kann der Fonds überhaupt werden?
Der Fonds ist auf den Immobilienmärkten in Europa aktiv. Diese Märkte sind grundsätzlich liquide, transparent und mit einem jährlichen Transaktionsvolumen von etwa 265 Milliarden Euro groß genug. Dementsprechend kann der grundbesitz europa das Fondsvolumen im Einklang mit der erfolgreichen Anlagestrategie noch deutlich ausbauen.

Müssen Anleger damit rechnen, dass der Fonds seine Pforten schon bald wieder schließt – wenn auch nur vorübergehend?
Die Liquiditätsquote ist per Ende Juni 2017 wieder auf 14,4 Prozent gesunken. Das ist eine gute Basis, um wieder neue Anteile auszugeben. Unser Ziel ist es, für Anleger nachhaltige und stabile Erträge zu erzielen. Sollte dieses Ziel gefährdet werden, weil dem Fonds zu hohe liquide Mittel zufließen, dann behalten wir uns im Interesse der bestehenden Anleger vor, die Ausgabe von neuen Anteilen auch wieder vorübergehend auszusetzen.

Sie haben zuletzt neue Objekte gekauft. Die Anlagephilosophie bleibt aber?
Die bewährte Anlagestrategie soll fortgesetzt werden. Dazu gehören nicht nur Käufe von neueren, gut vermieteten Objekten, sondern auch Verkäufe, um das Portfolio aufzufrischen und Marktchancen und Trends zu nutzen. In den vergangenen Jahren konnten wir diese Strategie mit Erfolg umsetzen.

Für welche Anlagezwecke eignet sich der Fonds ganz besonders – und wofür gar nicht?
Der Fonds eignet sich sehr gut für Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont, die an stabilen Erträgen interessiert sind. Er eignet sich nicht für Anleger, die nur für einen kurzen Zeitraum Anlagenersatz suchen oder auf hohe Wertschwankungen spekulieren.

Der Bereich „Alternatives“ der Deutschen Asset Management verwaltet momentan drei offene Immobilien-Publikumsfonds. Reicht das, oder planen Sie weitere Publikumsfonds?
Mit den drei offenen Immobilien-Publikumsfonds grundbesitz europa, grundbesitz global und grundbesitz Fokus Deutschland können Anleger ihre Anlagen in Immobilien schon jetzt recht breit streuen. Wir denken aber natürlich immer über ergänzende, sinnvolle Produktideen nach.

Pressemitteilung / Inhaltlich verantwortlich: Deutsche Bank AG

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veröffentlicht von Redaktion

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