Vor dem G20-Gipfel mahnt der Chef der Europäischen Investitionsbank, Werner Hoyer, zu einer konsequenten Förderpolitik für Afrika. «Wir müssen uns von einer paternalistischen Entwicklungspolitik verabschieden, die vor allem auf klassische Subventionen setzt», sagte Hoyer der Deutschen Presse-Agentur. Nötig seien vielmehr bessere Rahmenbedingungen für Investitionen.

Afrika ist Schwerpunktthema des G20-Gipfels am Freitag und Samstag in Hamburg. Kanzlerin Angela Merkel hatte Anfang Juni 300 Millionen Euro zur Förderung von Investitionen in Afrika angekündigt. Die Europäische Investitionsbank ist ihrerseits seit Ende 2016 mit einer neuen Initiative zur Stärkung der Wirtschaftskraft in Afrika am Start – auch, um Fluchtursachen zu bekämpfen.

«Wir stellen mit der Initiative 6 Milliarden Euro zusätzlich bis 2020 an Finanzierungen bereit, um öffentliche und private Investitionen von 15 Milliarden Euro anzuschieben», rechnete Hoyer vor. «Das ist schon eine Hausnummer.» Seit 1963 habe die EIB insgesamt rund 25 Milliarden Euro in mehr als 1200 afrikanische Projekte investiert.

Angesichts der Hungerkrise in mehreren afrikanischen Ländern betonte Hoyer, akute humanitäre Hilfe sei nötig, aber eben auch langfristige und nachhaltige Unterstützung. Er nannte unter anderem eine bessere Versorgung mit Wasser, Energie, Gesundheitsleistungen, aber auch mobiler Kommunikation, die auch für Überweisungen genutzt wird. «Zugang zu diesen Zahlungssystemen ist eine Grundvoraussetzung für unternehmerische Tätigkeit», meinte der frühere FDP-Politiker.

Die EIB organisiert am Donnerstag mit dem Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft in Berlin einen sogenannten Afrikatag mit Vertretern von Politik und Wirtschaft.

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veröffentlicht von Redaktion

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