Mai und Juni sind in Deutschland typischerweise Dividendenmonate. Während dieser Wochen finden viele Hauptversammlungen statt und anschließend werden die Ausschüttungen vorgenommen. Einige Unternehmen stechen dabei besonders hervor. Sie schütten besonders hohe Beträge aus und bieten sehr lukrative Dividendenrenditen. Darunter sind regelmäßig Unternehmen aus der Kommunikationsbranche, die wir hier vorstellen möchten.

Zur Kommunikationsbranche gehören üblicherweise alle Unternehmen, die klassische Kommunikationsdienste anbieten, wie Festnetztelefonie, Mobilfunk und Internetdienste. Dabei wird nicht unterschieden, ob die Unternehmen eigene Netze betreiben oder sich Kontingente an fremden Netzen sichern. Während es vor einigen Jahrzehnten noch hauptsächlich Postdienstleistungen und Festnetzdienste wie Fax waren, stehen heute vor allem die Internetdienste und seit neuestem auch Video-on-Demand bzw. Webfernsehen im Trend.

In dieser Branche ist natürlich in Deutschland der größte Teilnehmer die Deutsche Telekom AG. Die Drillisch AG und Freenet gehören zu den weiteren großen Gesellschaften in dem Segment. Daneben sind noch einige weitere kleinere Unternehmen in der Branche aktiv.

 

Die Deutsche Telekom AG – ehemalige Volksaktie als Renditebringer

Im Jahr 1996 wurde die Aktie der Deutschen Telekom erstmals an der Börse frei gehandelt. Das aus der Deutschen Post hervorgegangene Unternehmen wurde damals privatisiert und durch den Börsengang der breiten Masse zugänglich. Als großer „Werbegag“ wurde die Aktie als sogenannte „Volksaktie“ beworben. Viele Privatanleger investierten bei damals in die Aktie. Allerdings sollte die Anfangszeit etwas schwierig sein. Der Kurs fiel anfangs und viele Anleger waren enttäuscht. Doch das sollte sich vor allem in den letzten Jahren ändern. Der Kurs stabilisierte sich knapp über 15 EUR und die Dividendenrendite beträgt in den letzten Jahren regelmäßig über 3 %. Zwischenzeitlich lag diese sogar über 7 % und war ein echter Geheimtipp.

Die Deutsche Telekom ist das in Europa führende Kommunikationsunternehmen. So betreibt sie eigene Netze in vielen europäischen Ländern und in Deutschland sogar das größte Mobilfunknetz überhaupt. Mit dem D1-Netz ist man seit Anbeginn der Mobilfunkära am Markt und hat mittlerweile viele Millionen Kunden. Neben Festnetzverträgen bietet der Konzern verschiedene Dienstleistungen im Mobilfunkbereich und bietet verschiedene Internetverträge an. Sein Mediengeschäft, das unter anderem die Website T-Online enthält, hat das Unternehmen vor Kurzem an einen großen Werbekonzern (Ströer Media) verkauft. Smarthome und Internetfernsehen sind die aktuellsten Themen, denen sich der Konzern widmet und den die Telekom weiter entwickeln möchte.

 

Drillisch AG – Beispielloser Kursanstieg

Die Drillisch AG verfolgt ein komplett anderes Konzept. Oft wird die Gesellschaft als netzunabhängiger Mobilfunkanbieter bezeichnet. Doch sollte hier auch Wörter wie Multilable und Multibranding genannt werden. Wie schon gesagt, betreibt Drillisch kein eigenes Netz. Vielmehr mietet der Konzern sich Netzkontingente bei den vier großen Netzbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 an und vertreibt diese dann über viele verschiedene Markennamen oder über Drittanbieter an seine Kunden. Eigene Marken sind beispielsweise DeutschlandSIM, simply und smartmobil. Ein weiterer Vertriebskanal über Drittanbieter wird als Dienstleistung angeboten. So landet man beispielsweise über Anbieter wie Galeriamobil, n-tv go! und A.T.U. talk auch wieder bei Drillisch, obwohl es nicht sofort zu erkennen ist.

 

Der Börsengang von Drillisch erfolgte im Jahr 1998, kurze Zeit nach der deutschen Telekom zu einem Emissionspreis von 5,00 DM, etwa 2,50 EUR. Bis heute ist der Kurs um fast das 20-fache gestiegen und steht bei einem Hoch von knapp unter 50,00 EUR. Der Chart zeigt einen fast durchgängigen Aufwärtstrend. Drillisch schüttet seit 2009 durchgehend Dividenden aus und lag immer über 4 % Dividendenrendite. Einen Rekord erzielte das Unternehmen im Jahr 2012 mit einer Rendite von über 11 %. Auch heute zählt die Aktie zu den Werten mit der höchsten Dividendenrendite. Jedoch ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von derzeit ca. 34 gerade kein Schnäppchen.

 

Freenet AG – Dividendenkönig unter den Telekommunikationsunternehmen

Der dritte große Spieler im deutschen Telekommunikationsmarkt ist die Freenet AG. Auch sie ist ein netzunabhängiger Dienstleister wie die Drillisch AG, jedoch mit einem leicht anderen Konzept und einer breiteren Produktpalette. Angefangen hat alles 1999 mit dem Internetportal und Serviceprovider freenet.de. Damals war Mobilcom noch an der Gesellschaft beteiligt. Alle Angebote wurden über die Unternehmenseigene Website www.freenet.de vertrieben. Im Laufe der Jahre arbeitete man immer enger mit dem Partner Mobilcom zusammen und vernetzte sich immer stärker, sodass als logische Folge im Jahr 2007 die Verschmelzung anstand. Die Freenet AG wurde als Holding aufgestellt und vereinte alle Kerngeschäfte der ehemaligen freent.de- und Mobilcom-Gesellschaften unter sich.

Neben dem weiteren Betrieb der Website freenet.de vertreibt der Konzern seine Mobilfunkangebote unter verschiedenen Marken. Bekanntere sind dabei klarmobil, mobilcom-debitel und callmobile. Außerdem wird die Infrastruktur und Dienstleistungen für diverse Discountanbieter gestellt. Seit kurzem wird auch das Geschäft mit freenetTV ausgebaut, das Angebote rund um Internetfernsehen und DVB-T2 im Programm hat.

Die Freenet AG ist seit ihrer Verschmelzung mit der Mobilcom AG im Jahr 2007 an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Der Kurs der Aktie stieg seit der Emission stetig an und bewegt sich momentan nahe seines Allzeithochs bei knapp 30,00 EUR. Freenet ist vor allem durch seine hohen Dividendenzahlungen bekannt, die stets aus dem steuerlichen Einlagekonto getätigt wird. Dadurch sind die Ausschüttungen bei der Zahlung erstmal steuerfrei und mindern die Anschaffungskosten der Aktie, wodurch es zu einem Steueraufschub kommt, der erst im Zeitpunkt der Veräußerung zum Tragen kommt. Wer die Freenet-Aktie also lange im Depot behält, hat dadurch einen großen Liquiditätsvorteil. Die Ausschüttungen betragen seit 2010 regelmäßig über 5 % und erzielten im Jahr 2011 mit 12 % einen Rekord. Mit einem KGV von derzeit um die 15 ist Freenet auch wesentlich günstiger als Drillisch.

 

Weitere Kommunikationstitel

Neben den beschriebenen Konzernen gibt es auch noch eine größere Anzahl von kleineren Unternehmen in der Telekommunikationsbranche. Da gibt es beispielsweise die 11 88 0 Solutions AG (ehemals telegate AG), die vor allem durch regionale Werbung und Telefonauskunft Einkünfte erzielt. Daneben ist die Gigaset AG, die Schnurlostelefone entwickelt und vertreibt und die ADVA Optical Networking SE, einen international führenden Anbieter von Telekommunikationsinfrastrukturlösungen für den Einsatz, das Management und die Bereitstellung von Netzwerken und Hochgeschwindigkeitsdiensten.

Die Telekommunikationsbranche ist ein durchaus zukunftsträchtiges Umfeld, das vor allem durch den Ausbau der Infrastruktur in den Entwicklungsländern noch erhebliches Potenzial bietet und dabei noch gute Renditechancen bietet.

veröffentlicht von Harald

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