Rund vier Millionen Menschen leben im siebtgrößten Bundesland Rheinland-Pfalz. Der Wirtschaftssektor des Landes ist unterschiedlich hoch bewertet, der Dienstleistungsbereich eher unterdurchschnittlich und aufgeteilt in vorwiegend kleinere Betriebe. Schwerpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeiten ist die Industrie mit führenden Unternehmen, die ihren Stammsitz teilweise jedoch nicht in Rheinland-Pfalz haben. Ende 2017 lag die Arbeitsquote bei 4,5 Prozent, das Bruttoinlandsprodukt bei rund 139,5 Milliarden Euro.

Platz 1 | BASF | Chemische Industrie | Umsatz 2016: 57,55 Mrd. EUR

 

BASF

Bildquelle: 360b / Shutterstock.com

Der Chemieriese betreibt von Ludwigshafen am Rhein aus weltweit 390 Produktionsstandorte. In Rheinland-Pfalz werden rund 39.000 Mitarbeiter beschäftigt, deutschlandweit sind es knapp 53.000, insgesamt rund 113.000. Das Unternehmensportfolio ist breit aufgestellt, neben Chemikalien sind es Kunststoffe, chemische Veredlungsprodukte, Katalysator-Produkte, Pflanzenschutz, Ernährung sowie Öl und Gas über die Beteiligung an der Wintershall Holding AG. Mit 26 Prozent ist der Anteil der privaten Anleger führend, die US-Investmentgesellschaft BlackRock kommt auf rund 6 Prozent, die norwegische Zentralbank hält einen Anteil von rund 3,32 Prozent. Das Stammwerk gilt weltweit als das größte Chemieareal mit über 2000 Gebäuden auf einer Fläche von über zehn Quadratkilometer. Hinzu kommt an die 1900 Kooperationen, zwei Drittel davon mit Universitäten und Forschungsinstituten, das restliche Drittel sind Start-up-Firmen und industrielle Partner aus den Bereichen Forschung und Entwicklung mit dem Schwerpunkt auf Biotechnologie.

Platz 2 | Daimler AG/GLC | Automobilbau | Umsatz 2016: 153 Mrd. EUR

Mercedes

Bildquelle: pisaphotography/shutterstock

Mit dem Standort in Wörth hat die Daimler AG das größte LKW-Montagewerk der Welt geschaffen. Durchschnittlich verlassen pro Tag rund 400 Lastkraftwagen die Montagebänder, davon ist jeder zweite LKW für Deutschland bestimmt. Die Produktionshalle ist 1000 Meter lang und 50 Meter breit, die gesamte Werksfläche rund 2,9 Millionen Quadratmeter groß. Mit rund 12.000 Mitarbeitern ist das Werk gleichzeitig der zweitgrößte Arbeitgeber des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Gebaut werden in Wörth die LKW-Modelle Actros, Atego, Antos, Axos, Econic, Unimog sowie Zetros. Davon werden 60 Prozent in über 150 Länder der Welt exportiert. Seit 1972 ist dem Werk in Wörth auch das zentrale Ersatzteillager der Nutzfahrzeugsparte zugeordnet, in dem rund 4000 Mitarbeiter für die internationale Versorgung tätig sind.

Platz 3 | Westpfalz-Klinikum GmbH | Krankenhaus | Bilanzgewinn 2014: ca. 9 Millionen EUR

Das Westpfalz-Klinikum ist das größte kommunal ausgerichtete Krankenhaus des Bundeslandes und mit rund 4100 Mitarbeitern einer der großen Arbeitgeber in der Region rund um Kaiserslautern. Daneben versorgen drei weitere Kliniken in Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen rund 160.000 Patienten jährlich. Dafür stehen über 1300 Betten zur Verfügung. Angeboten werden fast sämtliche Fachgebiete der Medizin. Eine Stärke des Klinikums sind die modernen Großgeräte, vom Linearbeschleuniger, Nieren- und Gallenlithotriptor bis zum farbkodierten Dopplersonographen. In einem eigenen Weiterbildungszentrum werden alle Mitarbeiter ausgebildet. Gleichzeitig ist das Westpfalz Klinikum Lehrgangskrankenhaus der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sowie der medizinischen Fakultät der Universität in Heidelberg.

Platz 4 | Klinikum Stadt Ludwigshafen | Krankenhaus | Jahresetat 2015: 223,4 Millionen EUR

Was mit einem Krankenpflegeverein im Jahr 1851 begann, hat sich auf Platz 4 der führenden Unternehmen in Rheinland Pfalz etabliert. Zum Klinikum, es ist ein Krankenhaus der sog. Vollversorgung, zählen 15 Kliniken und sechs Institute, die fast das gesamte Medizinspektrum abbilden. Im Jahr 2009 wurde die Institution als erstes Krankenhaus der Bundesrepublik nach der KTQ-Norm zertifiziert. Den Patienten, es sind rund 40.500 pro Jahr, stehen über 3100 Mitarbeiter gegenüber sowie rund 1000 Betten. Das Klinikum der Stadt Ludwigshafen arbeitet eng mit der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sowie der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg zusammen. Zu sehen sind unter anderem bekannte Kunstwerke von Kazuo Katase, etwa der „Ring des Seyns“.

Platz 5 | WASGAU AG | Lebensmittel | Umsatz 2015: 513,1 Millionen EUR

Gegründet wurde das Lebensmittelunternehmen 1925 von 19 Kolonialwarenhändlern in Primasens. Von dort aus unterhält das Unternehmen rund 77 regionale Verbrauchermärkte, vorwiegend in Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie in Baden-Württemberg. Versorgt werden die Märkte durch die hauseigene Metzgerei und Bäckerei, der Frischeanteil der Produktgruppen liegt bei mehr als 50 Prozent. Angeschlossen ist seit 2009 auch ein Wasgau WeinShop, der den Internethandel an die erste Stelle setzt. Rund 3900 Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig, beteiligt am Konzern ist unter anderem die Rewe Markt GmbH (51 Prozent) sowie die Stiftung von Adrienne und Otmar Hornbach mit 49 Prozent. Mehrheitsaktionärin ist jedoch die Wasgau Food Beteiligungsgesellschaft (53,1 Prozent).

veröffentlicht von Jean-Pierre

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.