Jeffrey Preston Bezos, geboren am 12. Januar 1964 in New Mexico, ist Investor und Unternehmer. Bezos ist der Gründer, Präsident, Chairman und CEO von Amazon.com. Doch das Multitalent befasst sich nicht nur mit Online-Versandhaus – er schießt Raketen ins Weltall, mischt als Filmproduzent mit und errichtet Supermärkte ohne Kassensysteme.

Jeff Bezos ist der zweitreichste Mann der Welt

Februar 2017. Jeff Bezos lässt sich die Oscar-Verleihung nicht entgehen. Er trägt einen schwarzen Smoking, sitzt zwischen den Weltstars und lauscht den Worten des Moderators Jimmy Kimmel, der darüber berichtet, dass erstmals auch Amazon-Filme für den Oscar nominiert seien. Am Ende gab es drei Oscars für Amazon. Zwei Oscars erhielt “Manchester by the Sea”, ein Oscar ging an “The Salesman”. Jeff Bezos, der heute 53-jährige Unternehmer, ist in Hollywood genauso daheim wie im Weltall. Vor knapp 25 Jahren war Bezos noch mit dem Online-Buchhandel beschäftigt, der in seiner Garage abgewickelt wurde. Heute ist Bezos einer der erfolgreichsten Unternehmer in den USA. Er ist heute so reich, dass er sich Weltraumprojekte leisten kann, die – so seine eigenen Angaben – im Jahr 1 Milliarde US-Dollar kosten. Nur Bill Gates, der Mitbegründer von Microsoft, ist reicher als Bezos, der ein Vermögen von rund 75 Milliarden US-Dollar hat. Der Grund für den Reichtum? Der rasante Aktiengewinn seines Unternehmens Amazon. Das Online-Versandhaus hat einen Börsenwert von 422 Milliarden US-Dollar. Folgt man der Einschätzung des Analystenhauses “Barclays”, könnte Amazon das erste Unternehmen der Welt werden, das einen Börsenwert von über einer Billion US-Dollar erreicht. Vor Jahren wurde dieser Meilenstein nur Apple zugetraut.

Vom Online-Buchhändler zum Milliardär

Zu Beginn wollte Bezos sein Unternehmen “Relentless” (“unerbittlich”) nennen. Selbst die Internetadresse (www.relentless.com) wurde bereits gesichert – heute wird man auf die Seite von Amazon weitergeleitet. “Unerbittlich” – das passt eigentlich zu Bezos, der zwar freundlich wirkt, ein schallendes Lachen hat, jedoch für seine Besessenheit bekannt ist, wenn es um den Erfolg und das Erreichen seiner Ziele geht. Bezos wurde immer wieder vorgeworfen, er würde traditionelle Händler zerstören, die Lieferanten ausnehmen und zu geringe Steuern zahlen. Natürlich gibt es auch immer wieder kritische Stimmen, wenn das Thema “Arbeitsbedingungen” auf den Tisch kommt. Die Mitarbeiter der deutschen Tochtergesellschaft streikten regelmäßig. In den USA gab es bereits einen Bericht in der “New York Times” – es sei ein “harsches Betriebsklima”, sodass es auch schon einmal vorkommt, “dass die Mitarbeiter weinend vor ihren Computern sitzen”. Vielleicht sind “reale Menschen”, die als Mitarbeiter fungieren, aber bald kein Thema mehr. Bezos will Roboter in den Verteilzentren und Drohnen, die die Waren ausliefern. Zudem soll der Unternehmer an einem Konzept arbeiten, das in weiterer Folge das Kassenpersonal ersetzt. Auch wenn die Angestellten wohl keine Freude an den Plänen haben, so sind die Kunden restlos begeistert. Sie werden mit Niedrigpreisen und einer großzügigen Rückgabepolitik verwöhnt.

Bezos ist ein “Visionär”

Der Amazon-Gründer ist ein Visionär, der relativ schnell das Potential des Online-Handels erkannt hat. Es war im Jahr 1994, als er eine Statistik mit Zuwachsraten in der Internetnutzung erhielt und sicher war, von diesem “Trend” profitieren zu können. Er entschied sich für den Online-Buchhandel, kündigte seinen damaligen Job als Computerspezialist und gründete Amazon. Drei Jahre später ging Amazon an die Börse. 1999 gab es erste kritische Stimmen und düstere Zukunftsprognosen; “Barron’s”, eine renommierte Wirtschaftszeitung, sprach von der “Amazon.bomb”. Jedoch stürzte Amazon nicht ab. Bezos weitete das Sortiment aus und schuf einen Universal-Laden, in dem es wohl alle Produkte der Welt gibt. Ob Spielzeug, Bekleidung, Fernseher, Lebensmittel oder Möbel – wer auf der Suche nach einem Produkt ist, wird zuerst die Seite von Amazon aufrufen. Doch Amazon sollte kein gewöhnlicher Vertriebskanal bleiben. So wurde “Kindle”, ein Lesegerät, entworfen und auf den Markt gebracht. Am Ende war “Kindle” für den Durchbruch der elektronischen Bücher verantwortlich. Heute gibt es das digitale Assistenzsystem “Alexa”, das bereits zum Verkaufsschlager mutierte. Zudem gibt sich Bezos nicht mit Online-Bibliotheken von Filmen und Shows zufrieden, sondern lässt Amazon auch eigene Serien und Filme produzieren. Auch die Kunden können sich entscheiden, ob sie ein Teil des Systems werden wollen – “Prime”, ein kostenpflichtiges Versandangebot, ermöglicht nicht nur kostenlosen Versand, sondern auch den Zugriff auf die Filme und Serien.

Es gab auch Niederlagen

Funktionieren tatsächlich alle Geschäftsideen, die von Bezos aufgegriffen werden? Nein. Der Unternehmer musste auch ein paar (wenige) Niederlagen einstecken. Der Lebensmittelladen funktioniert nicht so reibungslos wie gedacht; die Technik sei derart anfällig für Fehler, dass die geplante Eröffnung (März 2017) verschoben werden musste. Die Verbraucher müssen sich also noch gedulden, bis der erste Lebensmittelmarkt ohne Kassensystem bereit steht. Einen weiteren Flop leistete er sich mit der Einführung des hauseigenen Smartphones. Doch derartige Rückschläge beeindrucken den Unternehmer nicht. Er weiß, dass er sich Misserfolge leisten darf. Zudem gibt es viele andere Projekte, sodass wohl Bezos auch keine Zeit hat, über Flops nachzudenken. Anfang des Jahres hat er wieder einmal ein neues Projekt beworben – demnächst will er nicht nur Kurztrips ins All anbieten, sondern auch Wohnungen und Arbeitsplätze schaffen, die im Weltall zur Verfügung stehen.

Die private Seite

Jeff Bezos ist mit MacKenzie Bezos verheiratet und hat vier Kinder – drei leibliche Söhne und eine adoptierte Tochter. Er ist “Star Trek”-Fan und war 2016 auch in “Star Trek Beyond” zu sehen. 2007 unterstützte Bezos das “The Clock of the Long Now”-Projekt mit rund 42 Millionen US-Dollar. 2012 investierte er 2,5 Millionen US-Dollar in eine Kampagne zur Öffnung der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Auszeichnungen

Das “Time Magazin” wählte Jeff Bezos 1999 zur “Person of the Year”. 2012 wurde er von “Fortune” zum Geschäftsmann des Jahres ernannt; im selben Jahr wurde er in die “American Academy of Arts und Sciences” gewählt. 2015 wurde Bezos von “Juniper Research” auf Platz 8 der “Top Tech Leader 2015” gewählt.

veröffentlicht von Simon

6 Comments

  1. […] entwickeln – die Amazon-Aktie knackte zudem im Jahr 2017 erstmals die 1.000 US Dollar-Marke. Jeff Bezos, Gründer und Chef des US-Unternehmens, wurde zwar lange Zeit für seine Strategie kritisiert, hat […]

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  2. Duell in der Wüste: Amazons Alexa gegen Google Assistant auf der CES - Die Wirtschaftsnews 8. Januar 2018 at 15:15

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  3. […] vertriebenen Medien unter seinem Einfluss. Durch seine Karriere als Medienmogul wurde Murdoch zum Multi-Milliardär und besitzt etwa 13 Milliarden […]

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  4. Scholz' neues G20-Abenteuer und Apples Steuertricks - Die Wirtschaftsnews 16. März 2018 at 12:20

    […] geführt. Das Durchschnittsvermögen beträgt 4,1 Milliarden Dollar – neuer Bestwert. Amazon-Gründer Jeff Bezos ist mit 112 Milliarden Dollar […]

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  5. Trump holt zum Schlag gegen Amazon aus - Die Wirtschaftsnews 29. März 2018 at 23:00

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