Der Streit zwischen den USA und Nordkorea dürfte die Anleger auch in der neuen Börsenwoche auf Trab halten. Das ist jedenfalls der Tenor vieler Marktkommentare. «Weiterhin vorsichtig bleiben», rät Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg. Die Krise um Nordkorea drücke auf Stimmung und Kurse. Die Nervosität nehme zu, was sich in stark steigenden «Angstbarometern» wie dem VDax oder dem amerikanischen VIX widerspiegele.

Am Freitag stabilisierte sich der deutsche Leitindex Dax nach einer verlustreichen Börsenwoche. Der Dax schloss prozentual unverändert bei 12 014,06 Punkten.

Klumpp spricht mit Blick auf die Nordkorea-Krise von einer Eskalationsspirale, wegen der Anleger in den «Risk-off»-Modus umgeschaltet hätten. Damit meint er, dass Risiken eher gemieden werden. Mit der lange Zeit sorglosen Haltung sei es mittlerweile vorbei. Das führte jüngst bereits zu einem Anstieg des Preises für Gold, das als sicherer Hafen gilt, auf den höchsten Stand seit Anfang Juni. Die Feinunze steht kurz vor dem Sprung über 1300 US-Dollar. Die jüngste Börsenschwäche dürfte aber nicht nur dem sich zuspitzenden Konflikt um Nordkorea geschuldet sein. Zumal die Kurse schon seit dem Dax-Rekord im Juni tendenziell nachgeben.

Sollte sich die Krise um Nordkorea etwas beruhigen, könnte die Konjunktur wieder stärker ins Rampenlicht rücken. Die deutsche Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal könnte am Dienstag Impulse liefern. «Die deutsche Wirtschaft präsentiert sich zur Jahresmitte in glänzender Verfassung», schrieb Jens Kramer von der NordLB. Der Aufschwung habe an Breite und Tempo gewonnen. «So kann es gern weitergehen, allen geopolitischen Widrigkeiten zum Trotz», schrieb der Volkswirt. Ebenfalls am Dienstag stehen in den USA mit den Einzelhandelsumsätzen im Juli die wohl wichtigsten Konjunkturdaten der Woche an.

Die Saison der Quartalsberichte dürften die Marktakteure weitgehend abgehakt haben. In der kommenden Woche lassen sich nur noch wenige Schwergewichte in die Bücher schauen. Mit RWE steht am Montag noch ein Dax-Nachzügler auf der Agenda.

Die Aktionäre von Stada dürften dem Mittwoch entgegenfiebern, denn dann endet die Annahmefrist für das Übernahmeangebot der Investoren Bain Capital und Cinven für den Generikahersteller. Bernhard Weininger von Independent Research schließt nicht aus, dass die Investoren auch im zweiten Anlauf scheitern. Entscheidend werde das Verhalten von Hedgefonds sein, die seiner Aussage nach mittlerweile rund die Hälfte der Stada-Aktien halten sollten. Wird die Mindestannahmeschwelle von 63 Prozent der Aktien nicht erreicht, könnte der Aktienkurs auf Talfahrt gehen.

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veröffentlicht von Redaktion

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