Die holprige Entwicklung des deutschen Aktienmarktes im Sog des drohenden Billiggeldentzugs dürfte sich in der neuen Woche fortsetzen. Zusätzlich lasten die Spannungen rund um Nordkorea infolge eines abermaligen Raketentests des Regimes auf der Stimmung. «Die Stabilisierung überzeugt noch nicht», sagte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin «Index-Radar» mit Blick auf den deutschen Leitindex Dax. Auch nachdem er sich bei mehr als 12 300 Punkten gefangen habe, blieben die kurzfristigen Perspektiven eher trüb. Erst über dem Bereich um 12 500 Zählern würde sich das Bild ein wenig aufhellen.

Am Freitag schloss der Dax bei 12 388,68 Punkten und damit 0,06 Prozent über seinem Vortagesschluss. Auf Wochensicht bedeutete das einen Anstieg um rund ein halbes Prozent nach minus 3,2 Prozent in der Woche davor.

Für Bewegung hatte unlängst die Aussicht auf eine Abkehr der Währungshüter in den USA und Europa von ihrer jahrelangen ultralockeren Geldpolitik gesorgt. Das jüngste Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed zeigt den Analysten der Landesbank Baden-Württemberg zufolge die Entschlossenheit, den Berg der nach der Weltfinanzkrise erworbenen Wertpapiere bald schrittweise zu verringern. Auch in der Eurozone zeichne sich angesichts der Konjunkturerholung eine weniger expansive Geldpolitik ab.

Die zunehmenden Spekulationen über eine geldpolitische Wende durch die Europäische Zentralbank (EZB) hatten die Renditen am deutschen Anleihemarkt jüngst stark nach oben getrieben. Aktien litten darunter, auch weil sie bei steigenden Anleihezinsen für Anleger an Attraktivität verlieren. Zudem können tendenziell anziehende Kreditkosten die Gewinne insbesondere von höher verschuldeten Unternehmen belasten.

Marktstratege Markus Reinwand von der Landesbank Helaba sieht in dem Renditeanstieg allerdings eher den Auslöser als die eigentliche Ursache für die aktuelle Konsolidierung am Aktienmarkt – schließlich überrasche es nicht, dass die lockere Geldpolitik großer Notenbanken den Zenit überschritten habe. Ursache sei daher nach dem starken Lauf der Börsen in den vergangenen Monaten vielmehr eine Korrektur überzogener Erwartungen an die Entwicklung von Unternehmen. Erst unter 12 000 Punkten würde sich die Situation mit Blick auf die Bewertung des Dax allmählich entspannen.

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veröffentlicht von Redaktion

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