Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat sich erneut für einen zügigen Ausstieg aus den milliardenschweren Wertpapierkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Aus rein geldpolitischer Sicht sehe er keine Notwendigkeit, die Wertpapierkäufe über das Ende dieses Jahres hinaus zu verlängern, sagte Weidmann der «Börsen-Zeitung» (Donnerstag). Gleichzeitig sprach sich der Bundesbanker für einen «geordneten Ausstieg» aus. Es gebe Einigkeit, dass die Käufe «nicht von heute auf morgen beendet werden».

Das Anleihekaufprogramm der EZB, in dessen geldpolitischem Rat Weidmann sitzt, läuft bis mindestens Ende 2017. Es wurde im März 2015 aufgelegt, um Inflation und Konjunktur im Euro-Raum anzuschieben. Derzeit denkt die EZB über ein schrittweises Auslaufen des Programms nach. Unter Fachleuten gilt jedoch als sicher, dass die monatlichen Käufe, gegenwärtig mit einem Volumen von 60 Milliarden Euro, nicht von einem Tag auf den anderen eingestellt werden können, ohne damit Turbulenzen an den Finanzmärkten auszulösen. Deshalb wird mit einer stufenweisen Senkung des monatlichen Kaufbetrags gerechnet.

Eine Definition der konkreten Schritte könnten aus Weidmanns Sicht sinnvoll sein. «Ein klarer Plan hat beim Ausstieg durchaus Vorteile in der Kommunikation mit den Märkten und der Öffentlichkeit.»

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veröffentlicht von Redaktion

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