Die Deutsche Bauindustrie warnt vor einem «Deponienotstand» in Deutschland. «Es kann nicht sein, dass unsere Unternehmen teils über 100 Kilometer fahren müssen, um eine geeignete Deponie zu finden», erklärte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, in Berlin. Der Druck auf die Entsorgungspreise bleibe hoch. Laut einer aktuellen Umfrage des Hauptverbandes unter seinen Mitgliedsverbänden erwarten die Unternehmen weiterhin steigende Kosten.

Babiel forderte, die Planungs- und Genehmigungsverfahren für Deponien deutlich zu beschleunigen. «Wir können es uns nicht mehr leisten, für die Errichtung einer Deponie von der Planung bis zur Inbetriebnahme rund zehn Jahre zu brauchen. Damit steuern wir garantiert auf einen Deponienotstand zu.»

Dazu komme, dass die sogenannte Mantelverordnung strengere Regeln für die Verwertung mineralischer Abfälle vorsehe. Dabei geht es darum, dass Bodenaushub und Bauschutt künftig bundesweit einheitlich und möglichst lückenlos auf Schadstoffe analysiert werden sollen. Die Verordnung befindet sich derzeit im politischen Abstimmungsprozess. Wenn die Verordnung komme, würden die Kosten stark steigen, warnt die Baubranche. Außerdem könne es noch einmal zu einem Anstieg der Abfallmenge kommen.

In den kommenden Jahren werden nach Daten des Statistischen Bundesamts mehrere hundert Deponien das Ende ihrer Betriebsdauer erreichen. Die Zahlen zeigen, dass 2016 noch 1108 Deponien in Deutschland in Betrieb waren, fast 900 weniger als zehn Jahre zuvor. Im Zeitraum von 2015 bis 2025 erreichen demnach noch einmal über 500 Deponien das Ende ihrer vorgesehenen Betriebsdauer. Zwar sind bei mehreren hundert Deponien auch Baumaßnahmen geplant, aber dennoch schrumpft die Zahl kontinuierlich. Zugleich steigt das Abfallaufkommen. Hauptursache ist der Bauboom.

veröffentlicht von Redaktion

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