An der Wall Street sind die Anleger weiter zuversichtlich gestimmt. Unterstützung sei am Dienstag von der guten Stimmung unter den Investoren in Asien und Europa sowie von der bisher überwiegend erfreulich verlaufenen Berichtssaison der Unternehmen gekommen, sagten Börsianer. Die geringe Verunsicherung im Markt dokumentierte der als Angstbarometer bekannte Vix, der aktuell wieder so tief steht wie zuletzt im Januar. Der Index misst die kurzfristig erwarteten Schwankungen des marktbreiten S&P-500-Index.

Der Dow Jones Industrial legte um 0,50 Prozent auf 25 628,91 Punkte zu. Damit bewegt sich der US-Leitindex wieder auf dem Niveau von Ende Februar.

Der S&P 500 rückte um 0,28 Prozent auf 2858,45 Punkte vor und näherte sich damit weiter seinem Ende Januar erreichten Rekordhoch bei knapp 2873 Punkten. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,32 Prozent auf 7462,65 Punkte hoch.

Der US-Aktienmarkt befinde sich derzeit in einem Tauziehen zwischen Politik und fundamentalen Faktoren, schrieb Marktstratege David Lebovitz vom Vermögensverwalter J.P. Morgan Asset Management. Einerseits mahnten eskalierende Handelsspannungen und potenziell weitere Strafzölle zur Vorsicht. Andererseits unterstützten ein robustes Wirtschafts- und Gewinnwachstum weitere Kursanstiege bei Risikoanlagen. Nach Ansicht des Experten scheinen aber bislang die fundamentalen Faktoren die Oberhand zu haben, wie der seit Jahresbeginn positive Ertrag des S&P 500 zeige.

Thema des Tages war der Kurssprung der Tesla-Aktien, die nach einer Handelsunterbrechung von gut anderthalb Stunden letztlich knapp 11 Prozent höher und damit in Reichweite ihres Rekordhochs schlossen. Unternehmenschef Elon Musk spielt mit dem Gedanken, den Elektroautobauer von der Börse zu nehmen. Der Tech-Milliardär sorgte zunächst mit einer Serie von Tweets für große Aufregung an der Börse. Musk teilte überraschend mit, zu erwägen, Tesla bei einem Aktienkurs von 420 US-Dollar zu privatisieren. Die Finanzierung sei gesichert, hieß es weiter.

In einer E-Mail, die im Firmen-Blog veröffentlicht wurde, bestätigte Musk gegenüber den Tesla-Mitarbeitern seine Planspiele und erklärte seine Beweggründe. Eine endgültige Entscheidung, die Firma von der Börse zu nehmen, gebe es noch nicht, hieß es in dem Schreiben. Es gehe darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Tesla am besten operieren könne. Die starken Schwankungen des Aktienkurses seien eine große Ablenkung für alle Mitarbeiter.

Von Interesse war auch der Geschäftsbericht des kanadischen Salz- und Düngemittelherstellers Mosaic, der am Vorabend über sein zweites Quartal berichtet hatte. Die Papiere zogen um mehr als 5 Prozent an. Analyst Jonas Oxgaard vom Analysehaus Bernstein Research sprach von «starken Resultaten». Diese sollten seines Erachtens die Sorgen der Anleger mit Blick auf die in Brasilien neu erworbenen Geschäftsteile mildern.

Um sogar fast ein Viertel schnellten die Papiere von Hertz Global Holdings in die Höhe. Die Anleger jubelten, weil der Autovermieter trotz des Preisdrucks und der nachlassenden Nachfrage mit seinen Quartalszahlen positiv überrascht hatte. Im Kielwasser dessen gewannen die Aktien des Wettbewerbers Avis Budget Group gut 8 Prozent.

An der Dow-Spitze gewannen die konjunktursensiblen Anteilscheine des Baumaschinenherstellers Caterpillar rund 2 Prozent. Schlusslicht waren die Aktien des Computerkonzerns Apple mit einem Minus von knapp 1 Prozent. Sie hatten im frühen Handel noch ihre jüngste Rekordjagd fortgesetzt und bei 209,50 Dollar eine Bestmarke erreicht.

Am US-Rentenmarkt sanken richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen angesichts der Gewinne an der Wall Street um 10/32 Punkte auf 99 4/32 Punkte und rentierten mit 2,977 Prozent. Der Eurokurs behauptete sich im US-Handel und lag zuletzt bei 1,1599 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1602 (Montag: 1,1543) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8619 (0,8663) Euro gekostet.

veröffentlicht von Redaktion

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