Nicht wenige träumen davon, auf ihrem Dachboden den ein oder anderen wertvollen Gegenstand herumliegen zu haben. Neben alten Dingen, die meist nutzlos geworden sind und keinen nennenswerten Preis mehr haben, können sich durchaus einige wahre Schätze befinden. Ob Sie zu den Glücklichen zählen, die wertvolle Dinge auf dem Speicher liegen haben, wird Ihnen die folgende Liste vielleicht zeigen.

1. Bilder und Gemälde

Für den Laien ist es so gut wie unmöglich zu erkennen, ob es sich bei jahrelang auf dem Speicher verborgen gebliebener Kunst um Schätze oder wertlosen Wandschmuck handelt. Wenn Sie alte Bilder und Gemälde beim Ausmisten Ihres Dachbodens entdecken, dann können Sie zunächst einmal selbst anhand einiger Kriterien eine erste Einschätzung hinsichtlich des Werts vornehmen.

  • Achten Sie auf die Signatur des Künstlers. Unter Umständen ist Ihnen der Maler sogar bekannt, andernfalls suchen Sie im Internet nach dem Künstler. Fällt Ihnen dabei auf, dass der Maler berühmt ist oder andere seiner Werke zu hohen Preisen versteigert wurden, dann sollten Sie das Bild nicht entsorgen.
  • Lassen Sie sich von Ihrer Intuition leiten. Wirkt das Bild oder Gemälde alt und besitzt es einen für Sie ungewöhnlichen Malstil, dann behalten Sie es zunächst einmal.

Kunstwerke, bei denen Sie von einem Wert ausgehen, sollten Sie von einem Profi untersuchen und schätzen lassen. Oft reicht es dabei jedoch nicht, wenn Sie zum nächstbesten Auktionator gehen, da dieser nicht auf sämtliche Fachbereiche spezialisiert sein kann und unter Umständen eine grobe Fehleinschätzung vornimmt. Da es besonders bei Kunstgegenständen schwierig ist, eine gute Einschätzung zu treffen, ist es ratsam, dass Sie sich Hilfe eines unabhängigen Sachverständigen holen. Solche Gutachter werden zum Beispiel vom BVK vermittelt, dem Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter Kunstsachverständiger sowie qualifizierter Kunstsachverständiger. Falls Sie sich für einen Sachverständigen entschließen, sollten Sie eine wirklich starke Vermutung bezüglich des Werts Ihrer Kunst haben, da das stündliche Honorar in der Regel zwischen 80 und 150 Euro liegt.

2. Antikschmuck

Es kann durchaus passieren, dass vergessene Schmuckkästchen aus früheren Tagen lange Zeit auf dem Speicher lagern. Darin sind nicht selten wahre Schätze. Das gilt vor allen Dingen für Antikschmuck. Dieser kann sich über die Jahre zu einer richtigen Wertanlage entwickeln, vorausgesetzt er wird gepflegt und befindet sich in einem entsprechenden Zustand. Das sind die Merkmale, anhand derer Sie erkennen, ob es sich um echten Antikschmuck oder lediglich um Modeimitate handelt:

  • Der Schmuck muss mindestens einhundert Jahre alt sein.
  • Der Schmuck wurde in hochwertiger Handarbeit gefertigt.
  • Die Schmuckstücke (beispielsweise in einem Schmuckkästchen) sind nie absolut identisch.

Natürlich kann auch anderer Schmuck auf Ihrem Speicher von Wert sein, bei Antikschmuck kommt neben dem reinen Materialwert jedoch der Sammlerwert hinzu, welcher in den nächsten Jahren sicherlich weiter steigen wird. Falls Sie sich sicher sind, dass es sich bei Ihrem Schmuck nicht um Antikschmuck handelt, dann bringen Sie ihn zum nächsten Juwelier und lassen Sie sich den wert ermitteln. Für Edelmetalle gelten tagesaktuelle Festpreise, abhängig von der Reinheit des Materials. Besitzen Sie nun aber tatsächlich Antikschmuck, dann können Sie ihn als solchen auf einer Auktion veräußern, nachdem Sie ihn optisch ansprechend hergerichtet und von einem Auktionator schätzen lassen haben. Ein komplettes Set aus Feingold bestehend aus Halskette, Ohrringen, Armband und Ring, verziert mit Diamanten kann Ihnen ohne Mühen eine Summe von etwa 5.000 Euro bringen.

3. Antike Radios und Grammophone

Alte Radios finden sich auf Dachböden oft zuhauf. Hier gilt es zu beachten, dass nur wenige Modelle wirklich noch einen Wert haben. Neuere Modelle aus der Nachkriegszeit sind meist nur für deutlich unter 100 Euro zu verkaufen, ältere Modelle können jedoch deutlich höhere Preise bringen. Ein immer noch recht weit verbreitetes und trotzdem recht wertvolles Modell ist der sogenannte Volksempfänger. Abhängig vom Zustand und der Funktionalität eines solchen Geräts können Sie hierfür bis zu 250 Euro erwarten. Auch alte Grammophone können kleine Schätze sein. Wenn Sie auf Ihrem Speicher ein solches Gerät entdecken, dann sehen Sie zuerst nach dem Produktionsjahr. Grammophone des frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere die der Marke His Masters Voice, können Ihnen Verkaufspreise von bis zu 500 Euro einbringen. Bevor Sie daran denken, ein Radio oder Grammophon zu verkaufen, sollten Sie einige Punkte durchgehen, um einen realistischen Wert ermitteln zu können.

  • Wie alt ist das Gerät? Dinge aus der Vorkriegszeit sind deutlich hochpreisiger.
  • Funktioniert das Gerät einwandfrei? Wenn ja, dann ist das ein gutes Zeichen für einen vernünftigen Verkaufspreis.
  • Sind alle Teile im Original vorhanden oder wurde an dem Gerät gebastelt? Wenn sich alles im Originalzustand befindet, dann steigert das den Wert stark.
  • Wie ist der allgemeine Zustand des Geräts, hat es Dellen, Macken oder Kratzer? Ist dies nicht der Fall, haben Sie mitunter ein richtiges Schätzchen auf Ihrem Dachboden.

Wenn Sie nach Beantwortung dieser Fragen zu dem Schluss kommen, dass das Gerät wertvoll ist, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie Recht haben. Wenn trotzdem Unsicherheiten auftreten, können Sie in einem der zahlreichen Foren im Internet Rat suchen.

4. Briefmarkensammlung

Vielleicht haben Sie auf Ihrem Speicher eine alte Briefmarkensammlung entdeckt. Diese könnte sich als enorm wertvoll herausstellen. Natürlich ist der Wert einer solchen Sammlung wie bei fast allen Sammlerstücken abhängig vom Zustand und Seltenheitsgrad der einzelnen Marken. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Sie eine entdeckte Sammlung mit großer Sorgfalt behandeln, damit Sie einem eventuellen Wertverlust, insbesondere bei überaus wertvollen Briefmarken, vorbeugen können. Den Wert einer Briefmarke können Sie anhand verschiedener Kriterien bestimmen. Bevor Sie sich die Mühe machen, Ihre Marken nach den Kriterien zu untersuchen, sollten Sie sich im Internet informieren, ob diese Marke überhaupt und in welcher Preisklasse gehandelt wird.
Die Herkunft der Briefmarkensammlung. Hierbei geht es nicht um den Ursprung der Marken, sondern wie gesammelt wurde. Wenn die Briefmarkensammlung ordentlich sortiert ist und nur hochwertige und einwandfreie Marken eingesetzt wurden, steigert das den wert erheblich.

  • Der Erhalt der einzelnen Marken. Im besten Fall handelt es sich um die Stufe „postfrisch“, was bedeutet, dass die Briefmarke keinen Stempel besitzt und wie „frisch von der Post“ aussieht.
  • Die Qualität der Marken. Auch hier wird in verschiedene Stufen unterteilt, wobei „Luxus“ die beste ist. Das heißt, dass die Marke keine Mängel aufweist und der Stempel zentral gesetzt und voll sichtbar sowie gut lesbar ist.

Des Weiteren wird bei Briefmarkensammlungen nach weiteren Kriterien wie dem Ausgabeland und dem Ausgabejahr unterschieden. Bei jeder Briefmarke handelt es sich um einen zu überprüfenden Einzelfall. Um eine genaue Wertschätzung zu erhalten, sollten Sie sich, vorausgesetzt Sie gehen von einer wertvollen Sammlung aus, an einen Gutachter wenden. Es ist durchaus möglich, dass Ihnen eine einzelne Briefmarke mehrere hundert oder sogar einige tausend Euro einbringt.

5. Alte Modelleisenbahnen und Spielzeug

Der Sammlerwert alter Spielzeugeisenbahnen steigt stetig, da die Nachfrage das Angebot immer stärker übersteigt. Wenn Sie also auf Ihrem Speicher beispielsweise eine alte Märklin-Bahn mit Zubehör finden, so könnte sich das als kleine Schatzgrube entpuppen. Denn gut erhaltene Stücke, die voll funktionstüchtig sind, sind bei Sammlern sehr begehrt und erzielen bei Verkäufen hohe Preise. Ähnlich steht es mit alten Carrerabahnen und vor allen Dingen den dazugehörigen Autos. Sind diese im Originalzustand und haben keine Gebrauchsspuren, kann ein einziges Auto bereits um die hundert Euro erwirtschaften. Sie sollten vor dem Verkauf dennoch genau hinschauen und sortieren. Entfernen Sie schlecht erhaltene oder defekte Stücke aus Sammlungen, da Sie bei einem Verkauf auf diese Weise den Wert steigern können. Achten Sie zum Aussortieren auf folgende Hinweise:

  • Sind die Teile noch funktionstüchtig? Wenn ja, dann ist das ein gutes Zeichen für hohen Wert.
  • Wie alt sind die Teile? Was erst in den letzten zehn oder zwanzig Jahren hergestellt wurde, das besitzt für Sammler noch keinen großen reiz. Warten Sie bei solchen teilen lieber noch ein wenig, bevor Sie sie verkaufen.
  • Sind die Verpackungen der Teile noch vorhanden? Wenn Sie die Verpackungen von Autos und Zugteilen finden können und diese sich in einem guten Zustand befinden, dann steigert das den wert teilweise um ein Vielfaches.

Es ist egal, was Sie auf Ihrem Speicher finden. Wichtig ist, dass Sie vor dem Verkauf nicht überstürzt handeln. Informieren Sie sich ausgiebig über Ihre gefundenen Dinge, von denen Sie denken, dass sie einen höheren wert haben könnten. Lassen Sie in bestimmten Fällen zur Sicherheit einen Gutachter kommen, damit Sie Ihre Schätze keinesfalls unter Wert verkaufen. Dann sollte eigentlich nichts mehr schief gehen.

 

 

veröffentlicht von Jennifer

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